Der Under Armour Mirage ist rundum bequem. An den Seiten liegt der Trailrunning-Schuh angenehm leicht an und der Fersenkasten ist eng gehalten. So wird der Fuß sicher geführt. Die sich nach oben verjüngende bzw. nach innen kippende Form des Schafts und die hochgezogene Fersenschale verstärken die sichernde Wirkung zusätzlich. Dadurch wird der Schuh wie von alleine am Fuß gehalten. Ein Scheuern, das zur Blasenbildung führen könnte, wird so vermieden.
Sehr angenehm ist hier auch die tiefe Knöchelaussparung, wodurch dieser besonders reibungsempfindliche Bereich geschont wird. Eine zusätzliche Sicherung vor Scheuerstellen und unangenehmer Reibung ist die verstärkte Polsterung am Schuhschaft und im Fersenbereich. Die Polster ziehen sich ebenfalls über sämtliche Kanten des Obermaterials und lassen den Schuh besonders weich anliegen. Der gesamte innere Bereich des Mirage besteht aus einem grob gewebten Mesh-Material, welches so dünn ist, dass es sogar leicht lichtdurchlässig ist. Under Armour bezeichnet es als Footsleeve. So sitzt der Schuh wie ein zweiter Strumpf am Fuß. Als Außenschicht ist schützend ein grobmaschiges, flexibles und atmungsaktives Netz aufgebracht. Beim Laufen spürt man die Ventilation des Trailrunning-Schuhs als „kühlen Luftzug“. Die Zunge besteht ebenfalls aus dem leichten Meshgewebe und ist für einen erhöhten Tragekomfort leicht gepolstert. Die Zunge selbst läuft in netzartigen Laschen aus, welche mit der Zwischensohle vernäht sind. Dadurch kann sie beim Laufen nicht verrutschen und ein seitlicher Druck wird auch vermieden. Die Einlegesohle ist stabil und am Fußhimmel dicker ausgelegt, was sich insbesondere bei langen Läufen besonders bewährt. Diese Unterstützung des Fußes verhindert schmerzhafte Belastungen.
Das griffige Profil mit seinen unterschiedlichen Erhebungen und abgeschrägten Noppen wirkt wie der Reifen eines Geländewagens. Sofort fallen die unterschiedlichen Beuge- und Flexkerben ins Auge. Das Profil ist am äußeren Randbereich der Sohle von der Ferse bis in die Fußspitze mit Verstärkungen in Form einer Möbiusschleife ausgelegt. Hierdurch wird dem Schuh große Stabilität verliehen und die Umknickgefahr auch bei unebenem Gelände gemindert. Durch quer verlaufende Rillen und Einkerbungen wird jederzeit ein komfortables Abrollen des Fußes gewährleistet. Eine Kappe aus Hartgummi am Zehenbereich vervollständigt den Rundumschutz. Diese Kappe ist recht minimalistisch angelegt. Dadurch wird das atmungsaktive Material nicht übermäßig abgedeckt, so dass auch im vorderen Bereich die Luft zirkulieren kann.
Der Schuh wurde im Indoor Bereich sowie auf Outdoor-Strecken mit unterschiedlichster Bodenbeschaffenheit ausführlich getestet.
Aufgrund seines sehr geringen Gewichts (298 Gramm, Damenmodell) wird der Schuh auch nach einer Stunde Dauerlauf über Stock und Stein nicht zum Mühlstein am Knöchel. Die borstigen Ausläufe der Profil-Noppen greifen wie Widerhaken in jeden weichen oder sandigen Untergrund und verhindern weitestgehend ein seitliches Rutschen. Auch das Joggen durch hohes Herbstlaub verliert seinen Schrecken. Denn die durchgängig an der Zwischensohle vernähte Schuhzunge verhindert, dass sich auch die kleinsten Bewohner des Waldes (kleine Insekten, Zecken usw.) direkt am Fuß einnisten können. Steinchen und Sand finden somit nicht mehr den Weg ins Schuhinnere.
Auch im Indoor Bereich macht der Schuh eine gute Figur. Die dunkle Sohle hinterlässt keine Abriebspuren auf Holz- und PVC-Böden. Die leichten Materialien machen ihn zum idealen Schuhwerk für Laufbänder, Cross Country Geräte, Stepper und andere Trainingsgeräte.
Wie so oft im Leben findet man die Schwachstellen gerade dort, wo die Stärken besonders hervortreten. Die Kombination aus gut gepolsterten Fußbett in Kombination mit der stabilen Profilsohle ist nicht besonders atmungsaktiv. Es empfiehlt sich hier, nur leichte Sportsocken mit Mediumpolsterung an den Komfortzonen zu tragen. Bei stärker gepolsterten Socken kam es schnell zur Überhitzung der Fußsohle. Nachdem die stärker gepolsterten Socken mit einer leichteren Variante ausgetauscht wurden, funktionierte das Kühlsystem des Under Armour Mirage wieder problemlos. Eine B-Laufprobe führte zu den gleichen Ergebnissen. Bei aller Festigkeit und Robustheit des Schuhs ist dieser nicht geeignet für Läufe in allzu feuchten Gebieten. Die Laufsohle hält das Wasser prima ab, wird aber zum Surfboard auf nassem Untergrund. Auf nassen Flächen kommt man so böse ins Schlittern. Zudem kann durch die Mesh-Struktur des Mirage Wasser ungehindert in den Schuh eindringen.
Leider bleiben Klettverschlüsse von Hosenbeinen oder von Sporthandschuhen an dem Meshgewebe hängen und ziehen unschöne Fäden. Das sollte man beachten wenn man sich Outdoor auf Trimm-Dich-Pfaden im Wald bewegt wo solche Kleidung angebracht ist.
Das Under Armour Design folgt beim Mirage absoluter Funktionalität. Auffällige Extras hat Under Armour bei diesem Modell weggelassen. Pinkfarbene abgesetzte Nähte, Profilkanten und Profilnoppen der Laufsohle bringen den ansonsten schmucklosen in hellgrau gehaltenen Schuh auf bescheidene aber auch ausreichende Art und Weise voll zur Geltung. Für Detailverliebte präsentiert der Schuh noch ein kleines Schmankerl. Auf dem Spann des Mirage ist klein und fein leserlich „Footsleeve“ zu lesen. Hier ist der Name Programm. Die Bezeichnung geht weg vom Bild eines klobigen und schweren Sportschuhs hin zu einer modernen Form des heutigen Laufschuhs – man spricht heute von Fußbekleidung –ein gegebenes Versprechen von Leichtigkeit und Tragekomfort, das Under Armour auch absolut halten kann.
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