„Eine Tour durch die Hochgebirge Norwegens mit niegel-nagel-neuen und vor allem uneingelaufenen Wanderstiefeln, ohne auch nur eine einzige Blase zu bekommen? Das kann unmöglich gehen!“ Alle, die so denken, seien eines Besseren belehrt. 10 Tage Wanderung über Stock und vor allem Stein und Geröll haben keinerlei Zeichen hinterlassen.
Schon bei der ersten Anprobe haben wir mit erstaunen festgestellt, wie perfekt Wanderstiefel sitzen können. Der Meindl Vakuum GTX sitzt bombenfest und schmiegt sich dank MFS nur so um den Fuß. Quasi wie angegossen. Das ist nicht zuletzt der angenehmen Fütterung zu verdanken, die sich mit dem Tragen und erwärmen des Materials noch genauer um den Fuß legt und als Namensgeber des Vakuums fungiert. Natürlich sind solche Aussagen, gerade bei Schuhen immer ein wenig subjektiv zu betrachten, da jeder Mensch andere Füße mit anderen Bedürfnissen besitzt.
Das anschmiegsame Gefühl der Schuhe geht auch beim Wandern nicht verloren. Zur Sicherheit wurden alle kritischen Bereiche an den Füßen abgetaped, was jedoch (wie sich bei Wanderskollegen zeigte) nicht immer vor Blasen schützt. Durch das Gefühl der Anschmiegsamkeit gesellt sich das Gefühl der Sicherheit.
Die hohen Geröllschutzränder an den Seiten und die stabile Sohle vermitteln das Gefühl, sich weder auf jeden Schritt konzentrieren zu müssen noch sich um ein Umknicken zu sorgen. Auf der anderen Seite fühlt sich der Schuh dadurch etwas unflexibel und fest an. Im Geröll und bei Kletterpartien, selbst auf nassem oder schneebedecktem Untergrund findet der Vakuum nahezu immer Halt. Nur bei schrägen und gleichzeitig glatten Oberflächen ist die Vibram-Sohle nicht so rutschfest wie erwartet. Ansonsten arbeitet die Sohle sehr zuverlässig und verteilt z.B. bei Schritten auf spitzen Steinen die Last auf den kompletten Fuß. Die gute Dämpfung ist gerade im direkten Vergleich zu spüren, wenn man mal nicht den Vakuum trägt, sondern z.B. nach einer erfolgreichen Tagestour auf Turn- oder Hausschuhe umgestiegen ist. Genue in dem Moment merkt man, wie viel Unebenheiten die Dämpfung des Meindl schluckt und nicht an den Fuß weitergibt.
Die Lasche des Meindl Vakuum GTX ist von Innen nicht mit Leder, sondern mit einem weichen Gewebe ausgestattet. Der Vorteil ist, dass Socken nicht in Kontakt mit dem Leder kommen und sich somit auch nicht verfärben können. Um ein Eindringen von Wasser so gut wie möglich abzuwehren, ist die Lasche hoch mit dem Schuh verbunden. Durch die hohen Geröllschutzränder kommt jedoch selbst beim Warten durch Schlamm oder kleine Bäche selten erst die Gefahr auf, dass Wasser eintritt. Und selbst wenn mal ein Schritt daneben geht, das Nubukleder lässt kein Wasser hindurch. Zwar konnte man beobachten, dass sich gerade bei den Falten im vorderen Bereich das Leder voll Wasser saugte, die Socken und somit die Füße blieben jedoch zu jedem Zeitpunkt trocken. Aber auch Schweißentwicklung war zu keiner Zeit ein Thema.
Trekking-Freunden, die unter Knick-, Senk- und/oder Spreizfüßen leiden sollten zusätzlich über die Anschaffung vorgeformter und den Fuß besser unterstützender Einlegesohlen nachdenken. Die bereits vorhandenen Sohlen liefern diesen speziellen Service am Fuß natürlich nicht und man hat ein wenig das Gefühl, bei jedem Schritt mit dem Fuß nach innen zu knicken.
Weiterhin muss man den Produktentwicklern von Meindl positiv anrechnen, dass durch die großzügige Zehenpartie auch Menschen mit Plattfüßen sich im Vakuum niemals eingeengt fühlen.
Im Testfeld September 2010 waren:
Salomon Cosmic 4D GTX TrekkingstiefelJack Wolfskin Escalade Mid Texapore TrekkingstiefelFür Kinder:
Jack Wolfskin Kids Wild Country Texapore Trekkingstiefel (
weniger)