Der Niagara-Lo wirkt auf den ersten Blick mehr wie ein Wanderstiefel als ein Halbschuh. Die robuste, sehr steife
Vibram-Sohle macht im Zusammenspiel mit der Zehenschutzkappe einen sehr unbeweglichen Eindruck. Der Schuh sitzt auch sehr stramm am Fuß und man hat nicht das luftige Gefühl, dass man sonst von Halbschuhen her hat, die aus weicherem Leder und Membranen gefertigt wurden.
Beim Schnüren laufen die Kordeln weich und ohne zu hakeln durch die großen Ösen (Modell 2008). Der weiche Schaft und die verstärkte Ferse fühlten sich sofort gut an. Die Zunge liegt angenehm weich auf dem Fuß. Lediglich direkt hinter der Kappe, am unteren Spann sitzt der Schuh ungewöhnlich stramm. Die ersten Schritte geht man noch ein wenig steif und aufgrund des festen Nubuk-Leder muss dieser Schuh auf jeden Fall eingelaufen werden. Dabei merkt man aber schnell, wie angenehm die Sohle dämpft und definiert abrollt. Die Zehenkappe schützt effektiv vor Wurzeln und Gestein. Auch gefährliche Bordsteine wehrt der Zehenschutz problemlos ab.
Wenn man sich an den festen Sitz erst einmal gewöhnt hat, läuft sich der Schuh in Nordeuropa sehr bequem. In Kombination mit einer Wandersocke aus Mischgarnen hatten wir immer ein angenehmes Fußklima im Schuh. Da wir hier einen Voll-Leder-Schuh haben, waren wir sehr auf den Tragekomfort in feucht-heißen Klimazonen gespannt.
Nach drei Wochen Laos und Thailand können wir den Schuh auch für 30 Grad Celsius und 96% Luftfeuchte empfehlen. Da wir ständig das Fortbewegungsmittel wechselten war die robuste Ausführung ein großes Plus. Egal ob überfüllter Regionalzug, Speedboot auf dem Kwai oder unzähliges Auf- und Absteigen von Pick-Up´s, der Schuh bot immer guten Halt. Auch Dschungeltouren mit Dauerregen und Schlammbächen konnten den Niagara-Lo nicht aufweichen. Was auch immer der Namensgeber sich bei den Wasserfällen gedacht hat, fünf Stunden thailändischer Trommelregen waren eine gute Teststrecke. Der Fuß blieb trocken. Lediglich die anschließende Floßfahrt ließen einen Liter Wasser in den Schuh schwappen.
Durch die Lederkonstruktion bedingt, haben wir hier auch den großen Nachteil des Niagara-Lo von Lomer. Es dauerte in dem Klima zwei Tage bis der Schuh vollständig durchgetrocknet war. (
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