Als der Riesenkarton von Keen mit den Testexemplaren Größe 47,5 in der Redaktion ankommt, denkt man zunächst eher an die Lieferung eines Kleinmöbels, als an einen Schuhkarton. Die Ausmaße sind stattlich, da der Schaft außerordentlich hoch ist und das ohnehin üppige Futter-Material oben auch noch umgestülpt ist.
Der Alaska kann meist nur über der Hose getragen werden, wie eben das klassische Vorbild. Andernfalls müssen die Hosenbeine schon enorm weit geschnitten sein, so dass sie über den Stulp am Schaftende passen.
Steckt man die Hosenbeine in die Stiefel, so fühlt sich das keinesfalls störend an, da das Innenfutter dick aber weich ist und das Nubuk-Obermaterial eine gewisse Geschmeidigkeit hat. Es entstehen also keine störenden Druckstellen.
Der Stiefel lässt sich sehr komfortabel anziehen. Die Schnürung ist leicht zu lockern bzw. zusammenzuziehen. Der Synthetikstoff in Lammfelloptik lässt den Fuß ohne lästige Gegenwehr seinen Platz einnehmen.
Spannend war nun auszuprobieren, wie der Keen Alaska der Kälte und dem Schnee widerstehen würde. Dazu mussten wir diesen Winter auf den Berg. Ein Rodelausflug an den Wildkogel, die längste Rodelbahn der Alpen, lieferte uns ein eindeutiges Ergebnis: Die Füße blieben warm. Hier wirkt sich auch die große Schafthöhe recht positiv aus. Das Bein ist bis knapp unter´s Knie bestens geschützt. Wichtig ist allerdings, dass man den entsprechenden Wadenumfang mitbringt, so dass der Stiefelschaft sauber abschließt. Mit der Schnürung kann man diesen nämlich nur begrenzt zusammenziehen.
Was die Isolation der Sohle betrifft, sind wir voll zufrieden . Sie ist im Zehenbereich, ganz Keen-typisch, weit nach oben gezogen, was zusätzlich besten Stoßschutz mit sich bringt.
Bei der Griffigkeit der Sohle bietet sich ein geteiltes Bild: Im Schnee ist diese prima. Wird´s eisig, so gelangt das an den Seiten abgerundete Profil an seine Grenzen. Da der Stiefel auf Komfort ausgelegt ist, verformt er sich recht leicht. In steilerem vereistem Gelände kann man dementsprechend leicht den Halt verlieren.
Getestet haben wir schließlich noch die Wasserdichtigkeit des Alaska-Winterstiefels. Ergebnis: Der Schuh hält, was er verspricht. Er ist dicht. Die eingearbeitete Membran sorgt dennoch für ein Mindestmaß an Atmungsaktivität.
Gefallen gefunden hat die Verarbeitung des Alaska. Alle Klebestellen und Nähte sind sauber verarbeitet; das verwendete Material ist gediegen und robust. Auch nach rauerem Umgang wie unserem Rodeleinsatz zeigten sich keine Beschädigungen.
Hier unser Testfeld im Winter 2011/2012:
aku Winterstiefel Snow Crystal GTX
Keen Winterstiefel Alaska
Mammut Winterstiefel Black Fin TL
Merrell Winterstiefel Natalya
The North Face Winterstiefel Arctic Hedgehog Tall (
weniger)