Beim Überstreifen der Jacke fühlt man sich in eine TV-Werbung versetzt. Ein unglaublich weiches Pelzfutter aus Plush Pile umhüllt förmlich den Körper und verführt die Trägerin quasi dazu, einmal angezogen - sich noch tiefer in die Phurtec Softshell einzukuscheln. Zudem ist das Material sehr raschelarm und flexibel und macht jede Körperbewegung ohne zu bremsen mit. Die Jackenärmel sind lang und etwas enger geschnitten und schmiegen sich weich an die Arme an. Im Rücken ist die Softshell etwas länger geschnitten und endet mittig auf dem Gesäß. Das Komfortpaket der Women’s Phurtec wird schließlich abgerundet durch den insgesamt leicht taillierten und angenehmen Sitz am Körper.
Mittels eines Kordelzugs am Saum kann die Weite der Jacke auf die individuelle Körperform der Trägerin angepasst werden. Durchgehende Klettverschlüsse an den Ärmelbündchen sorgen auch hier für eine individuelle Weitenregulierung, so dass der Wind nicht in die Ärmel „pfeifen“ kann. Die Klettverschlüsse bleiben am glatten Obermaterial nicht hängen. Überraschenderweise bietet aber der verarbeitete dünne Nähfaden genug Angriffsfläche für die Vaterseite des Klettverschlusses, um sich hier mit den Zähnchen zu verfangen. Somit ist an dieser Stelle schon nach vier Wochen der Faden aufgerubbelt und die Naht steht kurz vor dem Auftrennungsprozess.
Der leichtgängige Einwege Frontreißverschluss verschließt die Jacke bis in den hoch geschnittenen Kragen und endet in einer Kinnschluppe, so dass der
Reißverschluss-Schlitten nicht in die Haut drücken kann. Der Frontzipper ist mit einem durchgehenden Windlatz hinterlegt. Kälte, Feuchtigkeit und Wind können dadurch nicht durch die Jacke dringen. Bei hochgezipptem Reißverschluss liegt der breite Kragen in voller Höhe am Hals an. Da er im vorderen Bereich mit einem weichen Fließ hinterlegt ist, liegt er hier besonders kuschelig am Hals an. Leider ist der Zipperschlitten nur mit einer kleinen Zughilfe ausgestattet. Das Greifen des Reißversschlusses mit Handschuhen wird dadurch zu einer Nestelaktion.
Die Nähte an der Women’s Phurtec Jacke sind von außen recht flach verarbeitet. Sie sind allerdings mit dem Pelzfutter in der Jacke fest vernäht bilden auf der Innenseite einen Wulst. Interessanterweise nimmt der weiche Plush Pile Wulst auf und lässt ihn aufgrund des flauschigen Materials federweich am Körper anliegen. Die Softshell hat einen Raglanschnitt. Dadurch können Rucksackgurte oder Riemen von Gepäckstücken nicht auf den Schultern drücken.
Der Rückenbereich besteht ebenfalls aus einem zum Gesäß hin sich verjüngenden, leicht taillierten Stoffstück, so dass hier aufliegende Gepäckstücke keinerlei Nähte in den Rücken eindrücken können.
Das Taschenkonzept der Women’s Phurtec ist recht übersichtlich gestaltet. Die Jacke verfügt über zwei hoch angesetzte Hüfttaschen mit Reißverschluss. Die hohe Positionierung erlaubt deren uneingeschränkte Nutzung und das Bedienen des Reißverschlusses bei geschlossenem Rucksack Bauchgurt. Eine schmale Sturmklappe überdeckt den Zipper von vorne nach hinten und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit. Die Taschen bieten Raum für kleinere Gegenstände, wie zum Beispiel einem Paket Taschentücher und einem Kompass.
Die Taschenbeutel sind unten vernäht und sind somit als Inntenaschen zu gebrauchen.Hier finden flache Gegenstände, wie zum Beispiel schmales Kartenwerk ihrenPlatz.. Auf der rechten Seite ist auf dem Taschenbeutel noch eine zusätzliche Innentasche mit Reißverschluss angebracht. Diese bietet Platz für Kreditkarten oder ein Handy. Gerade bei kalten Wetterbedingungen sollte das Handy in dieser Sicherheits-Innentasche aufbewahrt werden. Das dahinterliegende Plush dient als zusätzliche Isolationsschicht. Das Handy wird durch die Körpertemperatur warm gehalten und die empfindlichen Displays erleiden keinen Kälteschaden. Allerdings muss die Jacke fast komplett aufgezippt werden, um an das Handy zu kommen. Aufgrund des dadurch drohenden Wärmeverlustes kann es schon einmal vorkommen, dass die Trägerin das Handy einfach klingeln lässt.
Columbia hat diese Softshell mit einer eigenen Innovation, nämlich der Omni-Shield Technologie, ausgestattet, um die Women’s Phurtec in ein allwettertaugliches Bekleidungsstück zu verwandeln. Durch den Einsatz von Plush Pile (Fleece) kann die Jacke bis zu einem Temperaturbereich von -1 Grad Celsius ohne eine zusätzliche wärmende zweite Schicht bequem getragen werden.
Das Obermaterial der Phurtec Jacke ist extrem wasser- und windabweisend, und die Oberfläche ist so glatt gearbeitet, dass sie auch nur wenig Schmutz aufnehmen kann. Starke Regenschauer, begleitet von kräftigen Windböen – das sind so die unangenehmen Wetterlagen, bei denen Regenschirme versagen. Das sind aber auch genau die Wetterbedingungen, bei denen diese Jacke ihre Stärke souverän ausspielt. Der Regen perlt einfach ab – auch an den Stellen, an denen das Gurtzeug eines Rucksacks aufliegt und das Obermaterial an den Auflageflächen komprimiert wird. Dies waren früher die idealen Feuchtigkeitsbrücken. Bei dieser Jacke stellt dies aber keine Nässegefahr mehr dar.
Wenn es dann gegen den Regen auch noch bergauf geht und die Wanderung so richtig schweißtreibend wird, spielt diese Softshell eine weitere wertvolle Eigenschaft aus – nämlich ihre hohe Atmungsfähigkeit. Allerdings besitzt die Jacke keine Unterarmzipper, welche für eine schnelle Ventilation sorgen würden.
Wechselnde Umgebungstemperaturen, wie sie beim Betreten von beheizten Räumen und Fahrzeugen auftreten, und die damit verbundene Wärmeentwicklung in der Jacke werden allerdings souverän gemeistert.
Etwas extremere Wetterbedingungen können indes sehr schnell die Grenzen dieser Jacke aufweisen. Bei zwei Grad Celsius und dem an allem zerrenden Sturmtief Andrea in der ersten KW in 2012, wurde es wirklich recht kalt in der Jacke.
Abgerundet wird das Klimakonzept dieses Wetter-Allrounders von Columbia durch eine angeschnittene Kapuze. Die Auskleidung mit Plush Pile sorgt auch hier für wohlige Wärme und Tragekomfort. Ein Kordelzug am Hinterkopf erlaubt die Anpassung der Kapuze auf die individuelle Kopfform ihrer Trägerin. Der Kordelstopper wird durch eine schmale Sturmklappe überdeckt, um ein Eindringen von Feuchtigkeit durch die Führungslöcher des Kordelzugs in die Kapuze zu vermeiden. Außerdem verhindert sie das Verfangen von langen Haaren im Kordelstopper bei heruntergeklappter Kapuze. Ein weiterer Kordelzug im Saum des Gesichtsfeldes ermöglicht hier eine zusätzliche Regulierung für einen besseren Sitz der Kapuze.
Obwohl diese Kapuze recht umfangreich ausgestattet ist, so ist sie aufgrund eines fehlenden eigenständigen Kragens doch die Achillesverse dieser Jacke. Ausgestattet mit dem weichen Plush hat sie ein gewisses Gewicht, welches die Kapuze nach hinten in den Rücken zieht. Da kein gesonderter Kragen vorhanden ist, wird gerade die empfindliche Hals- und Nackenpartie freigelegt. Und hier greifen nun Kälte & Wind an!
Das Softshell-Jacken-Testfeld im Winter 2011/2012:
66°north: Jacke Softshell Vatnajökull Jacket
adidas: Jacke Softshell Terrex Windstopper Jacket
Columbia: Jacke Softshell Phurtec Jacket
Jack Wolfskin: Jacke Softshell Solitude Jacket Woman
Mammut: Jacke Softshell Ultimate Inuit Jacket Woman
Tatonka: Jacke Softshell Flen Woman´s Jacket
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