Auf den ersten Blick wirkt die 66° North Vatnajokull Softshell Jacke im Vergleich zu vielen anderen Outdoorjacken wie ein modischer Ausreißer, die in der Regel nicht besonders funktionell sind. Insbesondere die farbig aufgesetzten großen Nähte fallen direkt ins Auge. Im Test hat sich die 66° Northjacke aber als wahres Genie bewiesen.
Direkt beim ersten Reinschlüpfen fühlt man sich in der Jacke wohl. Die Ärmel sind leicht vorgeformt und bieten bei allen Aktivitäten eine gute Bewegungsfreiheit. Bei mehreren Touren ins Alpenvorland erwies sich die Softshell als erfreulich winddicht und trotzdem angenehm atmungsaktiv. Durch den leicht längeren Schnitt der Jacke bleibt der Rücken warm, auch wenn es mal so richtig pfeift. Sehr positiv fällt auf, dass das Material sehr robust ist. Ein Rucksack, der an einer Stelle am Rückenpolster leicht aufgescheuert ist hat an der Jacke keinerlei Tragespuren hinterlassen. Auf einer Winterklettertour hat sich die Vatnajokull Jacke auch als sehr elastisch und dehnbar erwiesen, da sie jede Bewegung mitmacht. Auch das kleine Packmaß war sehr positiv. Egal ob zusammengefaltet oder auf die Schnelle in den Rucksack gestopft passt sie in jede Lücke und fällt kaum ins Gewicht.
Die angepriesene Wasserresistenz hat sich zumindest bei leichtem Nieselregen und Schneeregen positiv bemerkbar gemacht. Die Reißverschlüsse sind verklebt und lassen kein Wasser durch, die Schulternähte sind nach vorne und hinten bis fast auf Höhe des Schulterblatts runtergezogen. Hier reibt nichts auf der Schulter und Wasser dringt auch keins ein.
Auf einer Skitour bei schlechtem Wetter hat die Jacke für optimale Atmungsaktivität und trotzdem angenehmes Wärmegefühl gesorgt. Während des Aufstiegs bei leichtem Schneetreiben kam keine Feuchtigkeit durch. Auch bei steileren, anstrengenderen Passagen wurde der Schweiß gut nach außen transportiert: keine durchgeschwitzte Wäsche unter der Jacke.
Auf dem Gipfel wurde es richtig stürmisch und gleichzeitig setzte starkes Schneetreiben ein. Die Kapuze hat komplett dicht gemacht. Im Inneren der Kapuze kann man auf Höhe der Wangen die Kapuze auch zum Kinn hin enger machen, sodass kein Wind an den Kopf herankommt. Noch ein praktisches Detail der Kapuze: Ein verstärkter „Griff“ in der Mitte: So lässt sie sich auch mit Fingerhandschuhen besonders einfach aufsetzen.
Die Kapuze ist angeschnitten und hat im Sturmschild eine stabilen und flexiblen Draht eingearbeitet, mit der man die Kapuze nach Belieben an den Kopf anpassen kann. Zumindest in den sechs Wochen Testphase, in der die Kapuze des Öfteren benutzt und verändert wurde war der Draht immer noch perfekt anpassbar.
Die Verstellmöglichkeit für das Gesichtsfeld bestehen aus zwei Zugnubsis – auf jeder Seite eine. Die Bänder fallen im Inneren der Kapuze herunter, sind aber nicht störend an der Haut. Zudem kann das Volumen durch einen Kordelstopper hinten an der Kapuze eingestellt werden.
Als das Wetter extrem wurde, konnte das Snaefell Jacket (Hardshell) von 66°North ohne lästiges Ziehen und Zerren schnell und leicht über die Softshell angezogen werden. Die Produkte sind gut aufeinander abgestimmt (Beide Jacken hatten die gleiche Größe).
Übrigens: Der Lohn für den Test bei Extremwetter: Am Hirschberg gab es schönsten Pulverschnee und teils unberührte Tiefschneehänge in der Abfahrt. Wow!
Die 66° North Softshell Jacke ist von innen mit einem dünnen und sehr angenehm weichem Futter ausgestattet. Es wärmt und fühlt sich sehr angenehm an. Die Jacke isoliert die Wärme sehr gut. Auch wenn man leicht verschwitzt ist, hält sie zuverlässig warm.
Die Vatnajokull-Jacke hat insgesamt fünf Taschen. Zwei leicht schräge Seitentaschen, die relativ hoch sitzen. Zum Händewärmen sind sie grenzwertig zu hoch, beim Tragen von Gurten aber perfekt angeordnet.
Beide Taschen haben einen verklebten
Reißverschluss, der sehr leichtläufig ist. Im Inneren der Taschen findet sich das Futter aus dem Jackeninneren wieder. Außerdem hat die Jacke zwei Innentaschen aus leichtem Futterstoff, die nicht verschließbar sind und eine kleine Reißverschlusstasche auf der rechten Innenseite. Diese bietet allerdings lediglich Platz für ein kleines Smartphone, eine Minikamera oder den Autoschlüssel.
Der durchgehende Frontzipper wird mit einem Doppelschieber bedient und ist komplett mit einem Windlatz hinterlegt. Der obere Schieber läuft dabei in eine weich gepolsterte Kinnschluppe. Beide Schieber sind einfach bedienbar und angenehm leichtläufig. Die Bedienung mit Fingerhandschuhen war gut möglich.
An den Ärmelenden hat die Softshell Klettriegel zum Verstellen der Ärmelweite. Außerdem hat die Jacke von 66° North einen Saumzug, der jeweils rechts und links an der Innenseite durch Kordelstopper verstellt wird. Mit etwas Geschick ist das auch mit Fingerhandschuhen möglich.
Das Softshell-Jacken-Testfeld im Winter 2011/2012:
66°north: Jacke Softshell Vatnajökull Jacket
adidas: Jacke Softshell Terrex Windstopper Jacket
Columbia: Jacke Softshell Phurtec Jacket
Jack Wolfskin: Jacke Softshell Solitude Jacket Woman
Mammut: Jacke Softshell Ultimate Inuit Jacket Woman
Tatonka: Jacke Softshell Flen Woman´s Jacket
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