Mit Rad, Quad, Landrover oder Boot outdoor Unterwegs

21.12.2010
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Name: Off-Road-Adventure in Tunesien
Location: Sahara, Tunesien
Art: Off-Road-Adventure
Länge:
Dauer: 2 Wochen
Höhenunterschied:
Text & Bild: Nicole Bökhaus

Tunesien: Fünf Sterne unterm Sternenhimmel

Wer sich nach Abenteuer, aber auch nach Ruhe sehnt, ist hier richtig: Off-Road-Adventure in Tunesien.

November 2010. Treffpunkt Genua: Es ist kalt und wir warten auf die Fähre, die mit dreistündiger Verspätung ankommt und nun entladen wird. Wir, das ist eine Gruppe von 10 Menschen und 5 Geländewagen –alle samt luxuriös und sehr geländetauglich ausgestattet - dazu aber später mehr.

Endlich können wir, nachdem alle Formalitäten abgeschlossen sind, auf die Fähre und die 20-stündige Fahrt nach Tunis starten. Die lange Fahrtzeit lässt sich für alles Mögliche nutzen. Ich geniesse diese zum Schlafen, da das in den letzten Wochen etwas Mangelware war.

In Tunis angekommen gibt es wieder eine Menge Papierkram. Aber nach dessen Erledigung kann es dann losgehen Richtung Enfida, wo wir die Nacht am Strand verbringen. Nachdem das Lager aufgebaut ist, gibt es ist ein herrlich warmes Lagerfeuer. Zum Essen gesellen sich ein paar streunende Hunde, die selbstverständlich eingeladen sind.

Der 2. Tag beginnt mit Lager abbauen. Das ist quasi für die nächsten 2 Wochen unsere tägliche Arbeit: Auf- und Abbau des Lagers. Nun geht es ganz normal auf der Strasse nach Douz, wo unser nächstes Ziel liegt: Ein Campingplatz in der Nähe der Wüste. Die Nächte sind klar und kalt und vom zunehmenden Mond begleitet.

So, endlich ist es soweit: Ab in die Wüste. Wir halten und die Autos werden von Normal- auf Geländebetrieb gerüstet: Luft aus den Reifen, Geländeuntersetzung rein und los.... Vollgas auf die Sandberge. Nach und nach wird mir klar, warum es nichts „unangebundenes“ im Auto geben darf: Es würde durch das wuchtige „auf-und-ab“ des Off-Road-Fahrens umhergeschleudert werden. Und so eine Wasserflasche ist ein mächtiges Wurfgeschoss.

Es dauert nicht lange und der Erste hängt. Festgefahren auf der Düne. Nun heisst es alle Mann anpacken: Schaufeln, Schieben oder die geniale Black-Snacke angehängt und man wird rausgezogen. Gut ausgerüstet mit Sandblechen und Seilwinde kann eigentlich nix schiefgehen. Es ist Action pur: Stäubend spritzender Sand, wegdriftende Hecks und die Vorderräder in der Luft springen die Autos förmlich über die Sandberge.

Natürlich brennt es mir unter den Fingern, selber mal zu fahren und endlich ist der Moment da. Schnell muss ich feststellen dass es gar nicht so einfach ist, die Dünen zu erklimmen. Man fühlt sich zurückversetzt in die Fahrschule, aber unter der guten Anleitung meines Fahrers bzw. meines Beifahrers hab ich die Technik bald ein bisschen raus. Irgendwie schaffe ich es dann doch über die erste Düne und bleibe in der zweiten stecken. Naja, jeder Anfang ist schwer. Wie dem auch sei, Hauptsache es macht Spass und der ist garantiert.

Da wir durch die Bank weg sehr gute Fahrer dabei haben, und die Bodenverhältnisse nicht gar zu weich sind, hält sich das mit dem Schaufeln auch in Grenzen.

Jeden Abend gibt es frisches Essen und Apéro und an dieser Stelle muss ich sagen: Diese Autos sind wahre Luxuskarossen, quasi fahrbare Wohnungen. Auf dem Dach geräumige Zelte –super Ausblick garantiert- und auf Wunsch mit Sonnenstrahlenwecker. Hinter der Heckklappe präsentiert sich eine komplette Küche mit Waschbecken, Herd, Schränken und Kühlmöglichkeiten. Des weiteren gibt es noch eine schöne Outdoordusche und der eine oder andere backt während des Fahrens über Tag herrliches frisches Brot – Luxus pur ! Geländewagen sind nicht nur PS starke all Terrain Maschinen, sie sind auch funktionell und praktisch.

Unser Weg führt uns von Tunis über Sfax, Gabes, El Hamma und Kebili unter anderem über die Oase Kshar Ghilane. Wem die herrliche Einsamkeit und Ruhe mitten in der Wüste zu viel wird, dem bietet sich hier die Möglichkeit in einem Hotel wie aus 1000 und einer Nacht zu gastieren. Hier findet man Bungalows im Stil von Beduinenzelten, nur wesentlich komfortabler mit Bett und Bad ausgestattet.
Wir fahren weiter. Schliesslich wollen wir die Ruhe und Einsamkeit. Darüber hinaus suchen wir diese kleinen Cafés, in denen man diesen herrlich süssen Kräutertee trinken kann. Diese Oasen der Gastlichkeit finden wir auch ganz plötzlich mitten zwischen den Dünen.

Als wir uns wieder auf den Weg machen kommen wir an Sandrosenfeldern vorbei und geniessen die Landschaft, schlafen viel, haben gutes Essen und gemütliche Lagerfeuer mit guten Gesprächen. Wobei man sagen muss, dass was in der Wüste gesprochen wird auch dort bleibt…

Schneller als uns allen lieb ist befinden wir uns wieder auf der Fähre nach Genua und werden dort vom bitterkalten Winter mit viel Schnee begrüsst - die Dünen Europas.





Der Outdoor-Tester