Die Tour war bis hierhin ein voller Erfolg und hat eine Menge Spaß bereitet.
Der Weg führte uns am Anfang durch Brandenburg, das schönere Landschaften und nettere Leute aufweisen konnte, als dessen Ruf vermuten lässt. Geschlafen wurde im Zelt, immer irgendwo abseits der Straße.
Danach ging es am sehr schönen Elberadweg meist auf Deichwegen bis nach Hamburg. Starker Rückenwind und traumhafte Sonne erleichterten die letzten 150km ungemein.
In Hamburg konnten wir Unterschlupf in der WG eines alten Klassenkameraden finden und endlich wieder unsere Sachen waschen.
Der Weg nach Bremen wurde durch einen leichten Kater, spätes Loskommen, Knieschmerzen und Gegenwind zur bisher größten Herausforderung. Nachts um zwei wurden wir aber auch dort herzlich von Bekannten in Empfang genommen.
Unser weiterer Weg führte uns dann „straight nach Westen“, bis wir schließlich die Niederlande erreichten. Das Wetter machte dabei, was es wollte. 5min strahlenden Sonnenscheins wurden gefolgt von 5min Weltuntergang. Nur der Wind hatte sich nun dauerhaft dazu entschlossen, gegen uns zu wirken.
In den Niederlanden merkten wir schnell, dass Wildcampen nicht so leicht werden würde. Zu offen und einsehbar sind hier die Flächen. Also mussten wir anfangen, uns auf Campingplätzen einzunisten, was zu der einen und anderen netten und weniger netten Begegnung führte.
Alles in allem sind die Niederlande so, wie man es sich vorstellt, nur weniger Windräder und meeeehr Fahrräder. Gerade hier in Amsterdam hat man das Gefühl, auf jeden Einwohner kommen mindestens drei Fahrräder. Auch aus diesem Grund sind selbst komplett durchgerostete und halb kaputte Räder mit einem unterarmdicken Panzerschloss gesichert.
Ein weiterer Punkt sind die Electro-Bikes, die hier weitaus größer vertreten sind, als in Deutschland. Diese können für ziemlich angekratzte Egos sorgen, wenn eine nette Damen mit geschätzten 75 Jahren in ultragemütlichem Tritt an einem vorbeifährt und dabei noch nett grüßt, während man selbst, in der Blüte seines Lebens, vollkommen durchschwitzt und krächzend in die Pedale tritt.
Aber auch dieses Hindernis haben wir hinter uns gelassen und so stehen wir nun nach 10 Tagen auf dem Rad und 1.019 km in den Beinen in Amsterdam.
Morgen geht es weiter, dann Richtung Den Haag, Rotterdam und Richtung Belgien.
(Fortsetzung folgt)