Am Pass Mucubají auf 3.550 m Höhe befindet sich der Eingang zum Sierra Nevada National Park. Als wir das Tor zum National Park durchquerten, hatten wir einen klaren Blick auf die 3.581 m hoch liegende Laguna Mucubají, an deren Ufer wir ein Picknick einlegten. Wir erfuhren, dass der Nationalpark einen 190.000 ha großen Teil der venezolanischen Anden umfasst und entlang der Grenze zwischen den Bundesländern Mérida und Barinas südlich des Río Chama liegt. Das gesamte Gebiet erstreckt sich zwischen 2.300 und 5.000 m Höhe. Zum Nationalpark gehören über 200 Gletscherseen, Hochmoore und die für die venezolanischen Anden typischen, elegisch-kargen Hochebenen, die sogenannten "Páramos".
Nachdem wir uns gestärkt hatten, begannen wir unsere Wanderung zur Laguna Negra. Das Wetter zog sich zwar langsam zu, aber dennoch waren uns traumhafte Blicke in die Umgebung vergönnt. Vielleicht waren es jedoch gerade die tiefhängenden Wolken, die für den bleibenden Eindruck sorgten. Vereinzelt kämpfte sich der blaue Himmel hervor, um dann wieder neuen Wolkenschichten zu weichen. Die Wanderung führte bergauf, bergab, über kleine Bäche und entlang ebener Streckenabschnitte. Wir sahen in tiefe grüne Täler hinab und bestaunten weit entfernte Bergketten, an denen sporadisch schmale Wasserfälle in die Tiefe stürzten. Die uns umgebende Landschaft bestand aus Wald- und Wiesenflächen. Überall blühte es gelb, lila oder pink.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Weg zur Laguna Negra zurückzulegen – zu Fuß oder mit dem Muli. Einige Familien ritten an uns vorbei. Teenager holten das letzte aus ihrem Muli heraus, gaben ihnen die Sporen und galoppierten geschwind den Weg entlang.
An der Laguna Negra auf 3.475 m angekommen, legten wir nahe des Ufers eine Rast ein und ließen die Blicke in die Umgebung streifen. Die vor uns liegende Lagune war von einer hohen Bergkette umgeben. Sie strahlte viel Ruhe aus, die wir dankbar aufsogen und aus vollem Herzen genossen.
Leicht bis mittel.
Der Rückweg hat es etwas in sich, da es eine längere Strecke bergauf geht.
Das Tragen fester Wanderschuhe und die Mitnahme eines dicken Pullovers oder
Fleece werden dringend empfohlen.
Ein praktischer Tagesruckrucksack erleichtert den Transport von Fotoapparat und Verpflegung. Statt einer Wasserflasche bietet es sich an, einmal ein Wassersack-Trinksystem mit Mundschlauch (z.B. Camelbak) auszuprobieren.