Wandern und Klettern sind Beispiele für klassische Outdooraktivitäten.

03.02.2012
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Name: Österreich: Sagenweg im Salzkammergut
Location: Österreich, Salzkammergut
Art: Wanderung
Länge:
Dauer: 2-3 Stunden (Wandern und Rodeln)
Höhenunterschied:
Text & Bild: Petra Sobinger Bilder: Petra Sobinger, Mirja Geh-Photography

Sagenweg mit sagenhaften Holzgeistern

Auch im Winter wollten wir ein wenig wandern. Wir entschieden uns für eine wunderschöne Location im österreichischen Salzkammergut. Hier fiel unsere Wahl auf den Wanderweg „Ewige Wand“. Dieser Höhenweg ist nicht nur aussichtsmäßig ein schöner Weg im Winter wie im Sommer, auch kulturell hat er einiges zu bieten. Startpunkt, bzw. Endpunkt ist die Rathlucka Hütte oberhalb von Bad Goisern am Hallstättersee. Über eine gebührenfreie Panoramastraße geht es circa. drei km bergauf, direkt an einem Wildgehege vorbei. Von der Rathlucka Hütte aus nicht zu übersehen, findet sich bereits der erste geschnitzte Hinweis auf den Bad Goiserner Figuren- und Sagenweg. Wirklich ganz leicht zu finden. Während des kompletten Weges werden die großen und kleinen Wanderer von lustigen Wesen begleitet, die aus Baumstämmen geschnitzt wurden.

Auf dem Weg kann man leider nicht zu einer Hütte herauflaufen, einkehren und wieder runter rodeln, aber dafür bietet er definitiv etwas fürs Auge. Und für die Kids ist es wahnsinnig spannend immer wieder nach neuen Geistern Ausschau zu halten und die Sagen entweder selber zu lesen oder sich vorlesen zu lassen. Unser Jungredakteur spricht seitdem nur noch vom Geisterweg.

Der Bad Goiserner Figuren- und Sagenweg wurde extra mit dem Fokus auf die vielen Kinder und Familien angelegt, die hier jedes Jahr ihren Urlaub verbringen. Der Weg ist ein recht leichter Winterwanderweg. Ok, natürlich kann man diesen auch schön im Sommer wandern. Er ist dann sogar kinderwagentauglich. Meist ist der Weg im Winter auch gespurt oder vielmehr gepresst und somit auch für kleinere Kinder gut zu laufen. Durch den immensen Schneefall hatten wir aber das Glück einen ungespurten, frisch verschneiten Tiefschneeweg vor zu uns zu haben in den wir unsere eigenen Spuren ziehen konnten. Der ganze Weg dauert im Winter eine gute Stunde und führt bis unterhalb der „Ewigen Wand“. Vorbei an mehreren kleineren Wasserfällen haben nicht nur unsere Hunde stets ihre eigene Tankstelle dabei sondern auch der Nachwuchs kann einen Eiszapfen nach dem anderen für zahlreiche Schwertkämpfe nutzen und uns so vor etwaigen bösen Geistern schützen. Denn wer weiß schon, ob das alles nur gute Geister auf diesem Weg sind?

Jeder Geist erzählt eine kleine Sage aus der Umgebung, die auf hübsch gestalteten Tafeln in Deutsch und Englisch niedergeschrieben sind. Wie die meisten Regionen, hat auch das Innere Salzkammergut viele Sagen. Diese sind leider sowohl den jüngeren Einheimischen als auch den meisten Gästen gar nicht mehr bekannt. Die Geschichten auf den Wegestafeln erzählen von der furchtbaren Strafe Gottes, der den Dachstein mit Eis und Schnee bedeckt hat, weil die Menschen den Reichtum der Natur nicht zu schätzen wussten, vom versteinerten Riesen Krippen mit seiner blinden Tochter im Arm, vom König Goiseram und dem Lindwurm und vielen anderen spannenden Sagen aus dem Salzkammergut.

Am Ende des Weges erreicht man schließlich die ewige Wand. Majestätisch blickt sie über das Tal und bietet erfahrenen Kletterern im Sommer einen tollen Blick und einen atemberaubend exponierten Klettersteig mit Schwierigkeitsgrad B-D inkl. diverser Überhänge. Aber auch vom Weg aus haben große wie kleine Wanderer eine traumhafte Aussicht in das Goiserner Tal. Selbstverständlich darf für die kleinen Entdecker eine Höhle am Ende des Weges nicht fehlen. In die Höhle gelangt man über einen schmalen Weg um den Berg herum. Aber Vorsicht unterhalb der „ewigen Wand“ geht es steil bergab. Der Weg ist zwar mit einem Geländer gesichert, es empfiehlt sich aber Kind und Hund an die Hand, bzw. die Leine zu nehmen. Klar, dass man nach so einer schönen Winterwanderung auch gerne im schönen Salzkammergut nächtigen möchte um das Wochenende perfekt zu machen. Aber wohin wenn man sich nicht auskennt? Neben den hochbezahlten Wellness- und Luxustempeln finden sich im Salzkammergut auch unzählige günstige kleinere Hotels und Pensionen. Mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis, meist Familiengeführt und mit meist derart herzlichen Gastleuten, dass man sich wie daheim fühlt. Oder sogar noch wohler als daheim, je nachdem wie nett die eigenen Nachbarn sind.

Unsere Lieblingsunterkünfte sind die sogenannten „Ferien auf dem Bauernhof“. Und auch hier wird man im Salzkammergut umfangreich fündig. Das Angebot reicht von Unterkünften auf Höfen mit oder ohne Vieh im Stall, eigener Landwirtschaft und teilweise sogar mit Freizeit-Allround-Angebot. Ein wahres Juwel ist der Bunzbauernhof in Obersdorf. Als kleiner und wunderschön naturbelassener Ortsteil der Marktgemeinde Mitterndorf liegt Obersdorf auf 850m Höhe. Für die Sportler unter den Gästen befinden sich zahlreiche Langlaufloipen und das Tauplitzskigebiet in unmittelbarer Nähe. Im Anschluss an die sportliche Betätigung noch in die Therme und wer dann noch Energie hat den zieht es nach Kulm, um sich die Skisprungschanze mal genauer anzusehen. Der Bunzbauernhof liegt mitten in Obersdorf und wird von Familie Monika und Herwig Brechtler liebevoll und familiär geführt. Mit eigenen Milchkühen im Stall direkt am Haus fühlt man sich direkt in eine andere Zeit versetzt und möchte kaum mehr heimfahren. Im Winter wird die hauseigene Wiese, die direkt neben dem Bauernhof liegt, als Rodelbahn präpariert. So kommen die großen und kleinen Rodler nach der Geistwanderung auch wieder auf ihre Kosten. Monika, wir kommen auf jeden Fall im Sommer wieder und freuen uns nicht nur auf das Riesenpiratenschiff im Garten sondern auch auf den Pool! Was will die Familie mehr für ein schönes Wochenende in den Bergen?

In unmittelbarer Nähe zu unserem Bunzbauernhof liegt im Übrigen die Knödelalm. Die sportlichen laufen den Weg hinauf und verdienen sich ihre Klöße, die Fußfaulen blicken auf die Tafel am Fahrweg und rufen das Knödel-Alm-Taxi an um sich herauffahren zu lassen. Aber mal ganz ehrlich – wem schmecken die Knödel anschließend wohl am besten? Wir haben uns auf jeden Fall entschlossen heraufzulaufen, dem Schneesturm zu trotzen und uns so unsere Kalorien zu verdienen. Herab gings es dann mit dem Schlitten. Immer im Wettkampf mit drei Vierbeinern, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie lieber uns jagen sollten oder zu dritt durch den Schnee tollen und um die Wette kugeln. Ich liebe den Winter!




Einkehr


Gasthof "Knödelalm", Obersdorf


Übernachtung




Der Outdoor-Tester