Wandern und Klettern sind Beispiele für klassische Outdooraktivitäten.

07.07.2009
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Name: Royal Raid Mountain Run 1/2
Location: Mauritius
Art: Trail Run
Länge: 35 km
Dauer: 6,5 h
Höhenunterschied: 2.500 m
Text & Bild: Alice Hemmer, Bilder: Naiade-Resorts

Mauritius: Warum Trail-Running Spaß macht

National Georges Black River Park - Check In
Mit meiner Startnummer 445 stehe ich samstags morgens um 6:30 Uhr umringt von ca. 400 Mitstreitern auf einem Berg in der Südwesthälfte von Mauritius und warte auf den Sonnenaufgang. Bereits um 4:30 Uhr klingelte der Wecker, es gab ein kleines Frühstück und um 5:30 Uhr fuhr der Bus beim Hotel ab, der uns innerhalb einer knappen halben Stunde auf die 600m hoch gelegene Jet Ranch, eine größere Hütte in der man auch übernachten kann, gebracht hat. Es ist noch dunkel als die Menschen in das Gebäude strömen. Zur Einstimmung spielt eine typische mauritische Sega-Band. Athleten jeden Alters, Männer und Frauen hauptsächlich aus La Reunion und Mauritius wuseln geschäftig herum, Europäer sind hier die Minderheit. Ich bin die einzige deutsche Frau.

Hier und heute beginnt um Punkt 7:00 Uhr der Royal Raid, der erste Lauf meines Lebens. Auf mich warten 35km Berglauf in einem mir völlig unbekannten Terrain – und ehrlich gesagt habe ich zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen habe. Der Weg wird mich über 2.500 Höhenmeter durch eigens für den Raid geöffnete Naturreservate führen. Zielpunkt ist das Tamassa Hotel, in welchem der Großteil der Läufer untergebracht ist.

Start - Petrin Macchabee 600m – Kilometer: 0
Punkt sieben Uhr starten wir bei einem großartigem Sonnenaufgang. Die Masse setzt sich in Bewegung, die Favoriten haben sich sehr weit vorne positioniert und laufen zielgerichtet los. Ich stehe sehr weit hinten, gehe alles langsam an und trabe eine Bergstraße runter um dann sofort auf einen matschigen Waldweg abzubiegen. Es ist noch feucht und nebelig. Irgendwann hört der Matschweg auf und der Untergrund wird fester, wir laufen über einen Wiesenweg. Bin ich die Letzte? Ein zaghafter Blick nach hinten. Sehr gut, da sind noch ein paar Menschen hinter mir. Auch wenn ich ein absoluter Anfänger bin, möchte ich doch nicht von Anfang das Schlusslicht bilden, schließlich habe ich mich auf das Rennen vorbereitet.

Drei Monate lang habe ich nach einem Marathon-Laufplan trainiert. Zu meiner sonst üblichen wöchentlichen „Alster-Walking-Runde“ kamen zwei Laufeinheiten. Das Ziel waren drei Laufeinheiten pro Woche. Für das Bergtraining habe ich alle Treppen benutzt, die mir zur Verfügung standen und jedem Aufzug widerstanden. Die Trainingskombination zeigte ihre Wirkung. Zum Ende der drei Monate konnte ich jede Strecke durchlaufen und auch meine Ausdauer wird immer besser. Meine längste Laufzeit waren drei Stunden am Stück, meine danach ausgerechnete Laufzeit für die 35 km Berglauf sechs bis sieben Stunden. Ich bin jetzt schon gespannt, ob ich dann endlich das so genannte Runners-High, die Glücksgefühle hervorgerufen durch Endorphinausschüttung erleben würde. Ich hatte schon so viel davon gehört.

Ich hatte mir vorgenommen, langsam durchzulaufen und noch mache ich mir keine Vorstellung auf was ich mich eingelassen habe. Ich versuche mich erstmal an meine neue Umgebung, Temperatur und den Boden zu gewöhnen. Man muss bei jedem Schritt aufpassen, dass man nicht fällt und der unebene Untergrund erfordert die gesamte Konzentration. Es gibt im Internet auf der Royal Raid Homepage Graphiken über den Lauf, die man sich runterladen kann. Diese zeigen die zu überwindenden Höhenmeter auf einem Diagramm und da sieht es alles sehr linear aus. Die Realität sind aber keine geraden Linien, sondern (hügelige) Wiesen, natürliche Flussbette und die schroffe mauritische Bergwelt. Von dieser bin ich so beeindruckt, dass ich darüber das Trinken vergesse.

Domaine Mare Lounge – 600m – Kilometer: 8,5
Der erste Wasserpunkt kommt erst nach 8,5 Kilometern und ist nicht mehr und nicht weniger als ein Pick-Up beladen mit Wasserflaschen und zwei freundliche Helfer, die sie reichen.
Ab jetzt versuche ich regelmäßig aus den Flaschen an meinem Hüftrucksack zu trinken. Dieser erweist sich aber beim Trail Running als eher unpraktisch. Jetzt weiß ich auch, warum alle anderen Teilnehmer ein Camelbak benutzen. Sieht aus wie ein Rucksack, kann aber mit Flüssigkeit gefüllt werden, die man dann durch einen Trinkschlauch einfach während des Laufens einsaugen kann. Das spart Zeit. Gut, ist ja auch mein erster Lauf, da darf man noch Anfängerfehler machen.

Auf über 7,5 km führt der zweite Streckenabschnitt auf nahezu den Meerespiegel hinab zum nächsten Wasser- und Pausenpunkt. Wo normalerweise Wassermassen den Berg hinunter fließen wird jetzt gelaufen. Ab sofort gibt es keinen Weg mehr, nur noch ein trockenes Flussbett aus Geröll. Anstatt Tempo aufzunehmen, wie ich es mir für diesen Streckenabschnitt vorgenommen habe, versuche ich Tempo rauszunehmen und sicher den Berg runter zu kommen. Leichtfüßig überholen mich Mitstreiter, die eher von Stein zu Stein hüpfen als zu Laufen. Ich versuche diese Technik zu übernehmen.
Mit Blick auf den Boden und voller Konzentration nicht hinzufallen stehen meine Füße plötzlich vor Wasser. Blick nach oben und auf die andere Seite des Flusses: Da ist der ersehnte nächste Wasserpunkt, meine Flaschen sind mittlerweile leer. Aber mit soviel Wasser hatte ich jetzt auch nicht gerechnet. Wie soll ich denn trockenen Fußes auf der anderen Seite ankommen. Gar nicht, der Weg sieht es vor durch das Wasser zu traben. Motiviert durch die aufmunternden Rufe der Streckenposten mache ich mich durch das Wasser und freue mich nach der Erfrischung von außen auf die von innen. Meine erste Pause.
(Fortsetzung folgt)




Übernachtung


So macht ein Outdoor-Abenteuer richtig Spaß. Den Schlamm abspülen und sich von qualifizierten Fachkräften nach Strich und Faden verwöhnen lassen.
www.naiade-resorts.com


Info


Der nächste Royal Raid findet am 8. Mai 2010 statt.
www.royalraid.com


Der Outdoor-Tester