Wandern und Klettern sind Beispiele für klassische Outdooraktivitäten.

27.05.2009
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Name: Alpencross in vier Etappen
Location: Deutschland, Alpen
Art: Trek
Länge:
Dauer: 7 Tage
Höhenunterschied:
Text & Bild: Georg Venghaus

Alpencross I: Von München bis Wattens oder "Von Fünfen, die Auszogen"

Aus einer Bierlaune heraus entwickelten wir zu fünft die Idee von München zu Fuß über die Alpen nach Venedig zu wandern. Ein echter Alpencross. Es dauerte dann ungefähr zwei Jahre bis wir mit der Umsetzung dieser Idee begannen. Die 520 km von München nach Venedig lassen sich in 28 Tagesetappen einteilen, die wir aus Zeitgründen in vier 7-Tagetouren über vier Jahre aufgeteilt haben.

Am 28. Juni 2008 um 10:00 war es soweit: Zu fünft saßen wir im Münchener Hofbräuhaus und stießen zur Eröffnung der ersten 7-Tagetour mit einer Maß an. Dann ging es los. Nach einigen langweiligen Großstadtstraßen passierten wir das an der Isar liegende Deutsche Museum und leiteten die erste Tagesetappe ein. Es ging ca. 32 km durch das Isartal bis nach Wolfratshausen. Wahrscheinlich lag es an den hochsommerlichen Temperaturen (über 30 Grad) und dem für das Wandern ungünstigen Asphaltweg, dass wir abends völlig erledigt in die Hotelbetten fielen.

Am nächsten Morgen hatten wir immer noch solche starken Schmerzen an den Füßen, dass wir kaum die Treppen im Hotel runtergehen konnten. Aber nach fünf Minuten laufen hatten wir die Schmerzen vergessen und wanderten weiter durch das Isartal bis nach Bad Tölz. Auch diese 26 km waren aufgrund der Hitze und unseres Marschgepäcks von ca. 14 kg nicht leicht zu bewerkstelligen, obwohl wir genauso wie am ersten Tourtag noch keine sonderlichen Höhenmeter zurücklegen mussten. Die Strapazen werden allerdings durch das unvergessliche Erlebnis des Heranwandern an den Alpenrand kompensiert.

Am dritten Tag unserer Tour kamen wir nach weiteren Kilometern an der Isar endlich gegen Mittag an den netten Ort Arzbach, von dem aus wir bereits die beeindruckende Benediktenwand sehen konnten, an der sich auch unser Etappenziel, die Tutzinger Hütte, befand. Nachdem wir ca. 1300 Höhenmeter zurückgelegt hatten, erreichten wir dieses Ziel gegen ca. 16 Uhr. Nach dieser Etappe traten allerdings bei zweien aus unserer Gruppe bereits Probleme mit Blasen an den Füßen auf. Dies lag offenbar an den zu harten Wanderschuhen, die die beiden benutzten. Wir anderen verwendeten die Island Pro von Meindl, mit denen wir während unsere gesamten 7-Tagestour zum Glück keine derartigen Probleme hatten. Ein anderer Ausrüstungsgegenstand, an dessen Nützlichkeit wir alle vor der Tour zweifelten, stellte sich als unverzichtbar heraus: Wanderstöcke!

Am nächsten Tag starteten wir nach dem Frühstück die vierte Etappe, die uns über 22 km und ca. 1.900 zurückzulegende Höhenmeter ins Rißtal führte. Mittlerweile hatten sich die Körper von denjenigen unter uns, die keine Blasen hatten an die Anstrengungen des alpinen Wanderns gewöhnt. So konnten wir diese Etappe leichter meistern, als die ersten zwei Tagestouren im Isartal, die vom Schwierigkeitsgrad im Allgemeinen eher als leichter eingestuft werden.
Am Abend kamen wir in einem urigen Gasthof an, der von einigen prominenten Besuchern, u.a. Arni Schwarzenegger, Autogramme an den Wänden trug.
Der Übernachtungsort Vorderiß ist der nördliche Zugang in das Herz des Karwendelgebirges. Eine Wanderung durch diesen wunderschönen Teil der Alpen können wir nur jedem empfehlen.

Nach weiteren ca. 24 km erreichten wir am Abend des Folgetages das Ziel unser fünften Etappe: das legendäre und wunderschöne Karwendelhaus, welches auf 1765 m liegt.

Von hieraus war es geplant, die Birkkarspitze auf 2749 m zu überqueren um dann zum Hallerangerhaus zu gelangen. Der Wirt vom Kawendelhaus sagte uns jedoch, dass dies nicht möglich sei. Der Nordhang der Birkkarspitze sei noch komplett eingeschneit und am Vortag mussten Bergsteiger, die den Weg sogar kannten, aufgrund der Schneeverhältnisse ihre Tour abbrechen und umkehren. Uns blieb nichts anderes übrig als ins Tal runter zu wandern, von dort aus das Karwendelgebirge zu umgehen und danach wieder auf 1768 m zum Hallerangerhaus aufzusteigen. Dies war der härteste Tag unseres ersten siebentägigen Tourabschnitts. Die Temperaturen waren wieder über 30 Grad und es gab wenig Gelegenheiten Flüssigkeit zu uns zu nehmen bzw. unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Zwei von uns mussten an diesem Tag die Tour abbrechen und nach Innsbruck fahren, wo wir sie am Ende unserer Tour wieder trafen.

Zwei Erkenntnisse haben wir an diesem Tag gewonnen:
1. Hochgelegene Nordhänge sind fast das gesamte Jahr über zugeschneit. Es gibt nur einen schmalen zeitlichen Korridor zwischen Mitte Juli bis Mitte August, an dem die Chancen gut stehen, dass diese Hänge passierbar sind. Die Etappe für 2009 haben wir in diesen Zeitraum gelegt.
2. Einen entscheidenden Ausrüstungsgegenstand werden wir nächstes  Mal nicht vergessen: Ein Trinksystem für den Rucksack.

Am siebten und letzten Tag unserer Tour stiegen wir vom Hallerangerhaus zum Lafatscherjoch auf 2085 m hoch. Während wir bisher bei unserer Tour mit der starken Hitze zu kämpfen hatten mussten wir uns jetzt auf Kälte und Schneeregen einstellen. Zum Glück hatte es sich doch gelohnt, 14 kg Gepäck, das nicht zuletzt aus warmer Bekleidung bestand, die gesamte Zeit mitzuschleppen. Vom Lafatscherjoch stiegen wir dann fasst den ganzen Tag ab, bis zu dem Örtchen Wattens, das am schönen Inn liegt. Von hier aus werden wir den nächsten Tourabschnitt starten, der uns dann in die Zentralalpen führen wird.




Anspruch


Hoch.
An Kondition, Willenskraft und Blasenpflaster.


Beste Zeit


Mitte Juli bis Mitte August.


Anreise


Bis München bequem mit dem Auto, Bahn oder Flugzeug.


Start


München, Hofbräuhaus.


Übernachtung


in Wolfratshausen: Gasthof Humplbräu
in Bad Tölz: Gasthof Kolberbräu
Tutzinger Hütte (an der Benediktenwand)
Hallerangerhaus
in Vorderriß: Alpengasthof Post oder Oswaldhütte
Karwendelhaus


Der Outdoor-Tester